Ärzte sind die Patienten von morgen…

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Die Berufsgruppe die uns ,,gesund'' machen sollte lebt selbst nicht gesund...

Eine Studie aus dem Jahre 2010 zeigt, dass Ärzte, die eine zu hohe Anzahl an Arbeitstagen haben, sich nicht all zu stark von Patienten mit Depressionen unterscheiden. Untersucht wurden Körper, Kognition und Emotionen und dabei wurde festgestellt, dass die Gruppe der Ärzte in allen getesteten Bereichen nur knapp hinter den Patienten mit Depression lagen.

„Die Erfordernisse übersteigen die Bestimmungen nach dem Arbeitsgesetz“ wodurch ein enorm hoher Arbeitsdruck entsteht. Aber auch die Arbeit in Bezug auf bürokratischen Aufwand haben deutlich zugenommen. All diese Punkte gehen von der eigentlichen Zeit zur Patientenversorgung ab, wodurch logischer weise die Behandlungsqualität deutlich absinkt.

Jetzt wird das ärztliche Handeln aber nicht nur durch mangelnde Zeit beeinträchtigt, sondern auch durch die hinzukommenden Symptome. Die sich durch eine depressive Symptomatik äußern wie z.B. mangelnde Empathie, Abgeschlagenheit, Gereiztheit und mangelnde Flexibilität. Dadurch hat sich ein anderer Kommunikationsstil im Laufe der Jahre entwickelt.

Die Grafik aus der Studie zeigt klar und deutlich, dass innerhalb des Screenings, auf den Ebenen von Körper, Kognition und Emotionen kaum Unterschiede zwischen den Beschwerdewerten hochgestresster Ärzte und depressiver Patienten besteht.

 

 

Was ist momentan die Lösung dieses Problems? 

Medikamente und Alkohol - als Versuch die benötigte Entspannung zu erlangen. Nur 53% aller 1287 befragten Ärzte gaben an, dass sie weder Alkohol noch Medikamente konsumieren, wenn sie beruflichen Stress haben. 

Wirklich jetzt? Wie kann es sein, dass die Berufsgruppe, die den größten Glaubensfaktor und das eines der besten Ansehen hat, zu Medikamenten und Alkohol greift, wenn es zu stressig wird? Ich würde den meisten Ärzten einfach mal unterstellen dass sie nicht dumm sind und wenn ich damit richtig liege, bedeutet dies, dass die psychische Belastung durch Druck und Stress so groß ist, dass sie zu den Mitteln greifen, von denen sie wissen, dass sie schädlich sind. 

„Im Vergleich zur Normalpopulation weisen Ärzte einen deutlich höheren stressbedingten Substanzmissbrauch auf. Demnach ist der Anteil an potentiell missbrauchsgefährdeten Personen in der Ärzteschaft höher als in der Normalbevölkerung“ - so laut Ärzteblatt Ausgabe Februar. 

In der Grafik lässt sich erkennen, dass der größte stressbedingte Substanzkonsum bei fehlender Freude über Erfolge, fehlender Flexibilität, zu langen Arbeitstagen und Abnahme der Arbeitsfreude zustande kommt. 

 

 

Der Ein oder Andere wird jetzt denken ,,Ärzte sind auch nur Menschen“ und ja dem stimme ich zu, aber dann wären die Ergebnisse nicht so erschreckend hoch und ganz ehrlich wenn die Menschen die Gesundheit als Dienstleistung anbieten es nicht einmal vorleben können, wie sollen es dann die Anderen schaffen… Das ist wie ein Ernährungsberater, der 130 kg wiegt, würdet ihr den Ernst nehmen…?

Aber wie kann das nun sein?

Die Dienste an Krankenhäusern verdichten sich, man kommt zu weniger Schlaf, die Konzentration lässt nach… Dem hinzu kommt die Tatsache, dass man zum Großteil Patienten hat, die man nicht ernst nehmen ,,kann’’ - und an dieser Stelle sei mal gesagt, dass die wenigsten Patienten wirklich etwas in der Notaufnahme verloren haben! Jemand der Nachts um 3 Uhr mit Rückenschmerzen in die Notaufnahme kommt, keine Ausfallerscheinungen hat und beteuert, dass er die Schmerzen schon seit 3 Wochen habe, hat definitiv nichts im Krankenhaus zu tun, zumindest nicht Nachts und am Wochenende!

Und da fragen sich einige noch, warum man im Krankenhaus so lange warten muss, oder dass die Ärzte einen oft genug nicht ernst nehmen.

Es kommen einfach viel zu viele Menschen ins Krankenhaus in die Notaufnahme, die nichts haben, bzw. doch sie haben etwas und zwar Bewegungsmangel und vor allem eine falsche Einstellung zu ihrem Körper. Wie kann es sein, dass man 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr arbeitet um viel zu verdienen und weit nach vorne zu kommen und gleichzeitig ist man nicht einmal gesund genug um das Geld wieder auszugeben?

Ganz ehrlich mich deprimiert das schon beim schreiben, wie soll es da den Ärzten im Krankenhaus gehen… 

Jeder und damit meine ich wirklich fast jeder muss etwas an seiner Einstellung ändern, was Gesundheit angeht und damit meine ich jetzt nicht übertriebenen Sinn zu Bodybuilding, Muskeln und Sport, sonder einen normal gesundheitsbewusst ausgeprägten Sinn für Sport, Bewegung und Ernährung. Es geht immer um Leistungssteigerung, egal ob diese Steigerung bedeutet, stärker, beweglicher oder aber schmerzfrei zu werden. 

Zwar ist dies auch nur eine von vielen Studien und es gibt auch Studien, die zeigen, dass Assistenzärzte im Laufe der Zeit konsequent gleich gute Leistungen erbringen wie Oberärzte, aber dennoch wird dieses Problem meiner Ansicht nach in den nächsten Jahren größer werden, denn Stress ist wie im letzten BLOG beschrieben, ein nicht zu unterschätzender Parameter, der sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Bleibt gesund

Euer Thiemo

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