Blutdruck Messung – links oder rechts?

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Im letzten Beitrag haben wir uns mit dem Blutdruck und seiner Entstehung beschäftigt. Ihr findet ihn HIER

Heute beginnen wir mit dem Ablauf einer richtigen Messung.

Es gibt 2 verschiedene Möglichkeiten zur indirekten, nicht invasiven Messung des Blutdrucks - eine auskultatorische und eine palpatorische. Die auskultatorische ist mit dem Stethoskop, die palpatorische ist ohne.
Die auskultatorische ist allerdings zu bevorzugen.

Was braucht ihr dazu?
Zunächst erst einmal einen Klienten, Patienten oder Kunden, dann eine Blutdruckmanschette (es gibt verschiedene Größen je nach Oberarmdurchmesser) mit Manometer und ein Stethoskop im besten Fall. Und bitte gewöhnt euch direkt daran, an beiden Armen zu messen.

Muss man Arzt sein oder aus dem Gesundheitssystem kommen, um den Blutdruck messen zu können? Definitiv nicht. Es macht sogar durchaus Sinn, den RR als einen der Standardwerte in der ersten Anamnese mit zu dokumentieren. Natürlich ist das auch abhängig vom Ziel euers Athleten oder eueres Kunden, aber es ist immer eine gute Idee einen Status quo festzulegen und zu schauen wie sich die jeweilige Person weiter entwickelt.

Wie misst man denn nun?
Das Funktionsprinzip läuft folgender Maßen ab. Mit Hilfe der Bultdruckmanschette wird am Oberarm (unterer Rand der Manschette ca. 3 cm oberhalb des Ellenbogens) die Arteria brachialis abgedrückt und dadurch kommt der Blutfluß zum erliegen. Bevor man nun anfängt die Manschette aufzupumpen, sucht man die Arteria radialis am Unterarm auf (siehe Bild) und versucht dort den Puls auszumachen. Hat man ihn gefunden, pumpt man nun die Manschette so lange auf, bis der Puls am Unterarm verschwindet. Nun ist der Druck der Manschette größer, als der Druck in der Arterie. Legt ihr nun das Stethoskop unterhalb der Manschette auf die Ellenbeuge und versucht etwas zu hören, so werdet ihr feststellen, dass ihr nichts hört - in diesem Zustand sind keine Strömungsgeräusche zu hören. Nun öffnet man langsam das Ventil an der Manschette und lasst ,,langsam“ die Luft heraus. Jetzt kommen die unterschiedlichen Zahlen zu tragen, über die ich letzten Mal gesprochen habe. Der systolische und der diastolische Wert. Sind nun Druck in der Manschette und der systolische Druck in der Arterie gleich groß, so strömt wieder Blut durch die Arterie und ihr hört durch das Stethoskop ein Pochen - das sind die sogenannten Korrotkoff-Geräusche. Das Blut fließt allerdings noch nicht gleichmäßig, da der Druck der Manschette noch größer ist als der dialogische Wert. Mal fließt es, mal nicht und dieser Wechsel verursacht die Geräusche.
Nun lasst ihr weiter Druck durch das Ventil ab und dadurch sinkt der Druck kontinuierlich ab. Die Geräusche sind weiterhin hörbar. Ist der Druck nun unter den diastolischen Wert abgesunken, so fließt ständig Blut durch die Arterie und die Geräusche verschwinden, da es zu keinerlei Turbulenzen mehr kommt.
Der Punkt, ab dem die Geräusche beginnen, ist also der systolische und der Punkt ab dem die Geräusche vollständig erloschen sind ist also der diastolische Blutdruckwert. Den jeweiligen Wert liest man einfach am Manometer ab.

Welche Bedingungen sollte man versuchen einzuhalten?
Ruhe ist der Erste und auch wichtigste Punkt. Das heißt, man sollte den Athleten oder Kunden erstmal zur Ruhe kommen lassen und die Messung zur Feststellung des Status quo auch nicht nach dem Training vollziehen. Ob ihr die Messung im liegen, stehen oder sitzen macht, ist euch überlassen, wichtig ist nur, dass ihr immer wieder in der gleichen Position messt.

Auch wenn ich im letzten Artikel bereits kurz darauf eingegangen bin, ist es mir wichtig, dass ihr versteht, dass ihr beide Arme messen solltet und nicht nur einen. In den seltensten Fällen läuft in unserem Körper alles symmetrisch und so können sowohl neurologische als auch strukturelle Unterschiede zu einem unterschiedlichen Druck im linken und rechten Arm führen.

Welche Relevanz hat der RR nun für einen Athleten oder Sportler?

Auch das ist wieder vom Ziel abhängig. Wichtig ist allerdings, dass das Herz den Kreislauf eines jeden steuert und der Kreislauf ist sowohl bei Kraftathleten als auch bei einem Marathonläufer wichtig. Natürlich geht es um viel mehr als um das, aber man sollte mittel und Wege finden das Herz so fit und gesund zu halten wie nur möglich. Es gibt sicher mehr als nur zwei, aber die zwei einfachsten Dinge für ein gesundes Herz, sind die Atmung und das Training.

Was das Training betritt meine ich nicht unbedingt Low Stady State Cardio Training im Sinne von monotonem Laufen. Für Marathonläufer macht dies durchaus Sinn und ich möchte dies auch nicht schlecht reden, aber es gibt so viel mehr Möglichkeiten im Training sein Herz zu trainieren. Z.B. über die Pausenzeit und über die Wiederholungen. Trainiert ihr z.B. ein 10 (Sätze) x 10 (Reps) Training Kniebeugen mit kurzen Pausen, so ist das für die meisten schon eine extrem große kardiovaskuläre Belastung. Das bedeutet, ihr trainiert auch mit solchen Methoden euer Herz. Wichtig für ein gutes Kardiovaskuläres Training sind unter anderen Blutdruckspitzen, die ihr z.B. bei Sprints oder dem Beispiel von oben integriert habt.

Die Atmung kann man integrieren, indem man beispielsweise während der Belastung ausatmet. Oder generell mehr an seiner Atmung arbeitet. Dieses Thema hier nur kurz, da ich darüber noch einmal gesondert schreiben möchte.

Ich hoffe ich konnte euch das ganze ein wenig näher bringen und ihr versucht euch mal an der Blutdruckmessung und ihr messt an beiden Armen.

Bleibt gesund

Euer Thiemo

Foto: Thieme Verlagsgruppe

Foto: Thieme Verlagsgruppe

3 Gedanken zu „Blutdruck Messung – links oder rechts?

  1. Hallo Thiemo,

    super, dass Du auch auf das Thema Blutdruck eingehst, da dies für mich leider relativ wichtig ist! Daher möchte ich Dir gerne ein paar Fragen dazu stellen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du darauf in den nächsten Blogs eingehst.

    – Ist intensives Krafttraining zum Muskelaufbau (viel Gewicht, wenig Wiederholungen) schädlich bzw. erhöht es den Blutdruck oder verdickt die Herzwände (beides ein Problem bei mir)?
    – Mit welcher Art von Training lässt sich der Blutdruck am besten senken? Mir wurde mal empfohlen, viele Wiederholungen mit wenig Gewicht und mindestens 30-45 Minuten Ausdauertraining bei einem Puls von ca. 130 zu machen (also so, dass ich gerade noch durch die Nase atmen konnte). Dies scheint mir aber mit dem bisherigem Wissen sehr kontraproduktiv für den Muskelaufbau zu sein. Wo liegt hier die Wahrheit? 🙂

    Allerbesten Dank & viele Grüße nach Bonn
    Denis

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